Nachrichten aus der Pfarrei St. Katharina von Alexandrien

Pfarrbrief »miteinander unterwegs«


Februar 2018

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Mahnmal statt Kriegerdenkmal


Am Dienstag, 30. Januar, um 18 Uhr wird das Kriegerdenkmal am Bahnhof Pinneberg verhüllt und farbig beleuchtet. Die Initiative »Mahnmal statt Kriegerdenkmal am Pinneberger Bahnhof« ist für diese Aktion verantwortlich und fordert damit eine Ergänzung des Kriegerdenkmals, um es zu einem Mahnmal zu machen. Diese Ergänzung soll verhindern, dass das Denkmal je wieder – wie ursprünglich – Krieg verherrlicht und für militaristisches und nationalistisches Denken und Handeln in Anspruch genommen werden kann. Wir stellen darüber hinaus die teure Sanierung des Denkmals inklusive seiner neuen Beleuchtung in Frage. Bis heute ist uns unbekannt, wer über die Sanierung und Beleuchtung entschieden hat und was das Ganze gekostet hat. Das Denkmal ist aus folgenden Gründen kritisch zu sehen:

  1. Das Denkmal trägt die kriegsverherrlichende Inschrift »In unwandelbarer Treue zum Vaterland in der Hoffnung auf den Sieg ließen 312 Helden dieser Stadt ihr teures Leben auf dem Felde der Ehre«
  2. Die Inschrift beschwört den angeblichen Geist der toten Soldaten, die jedoch in einem grauenhaften Krieg umkamen und noch als Tote instrumentalisiert worden sind.
  3. Das riesige – neuerdings beleuchtete – mittelalterlich anmutende Schwert auf dem Denkmal betont die Kriegsverherrlichung.
  4. Der Grundstein des Denkmals wurde am 20. April 1934 gelegt, also am Geburtstag von Adolf Hitler; der Bahnhofsvorplatz hieß damals Adolf-Hitler-Platz. Es ist das einzige Denkmal, das im Raum Pinneberg in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft für die im Ersten Weltkrieg umgekommenen Soldaten errichtet wurde. Die Soldaten wurden von den Erbauern für deren nationalsozialistische Ideologie vereinnahmt.
  5. Bei der Einweihung des Denkmals am 1. Juli 1934 beendete Bürgermeister Heinrich Backhaus, Mitglied der NSDAP, seine Ansprache mit einem Sieg-Heil-Gruß.
  6. Nach 1945 wurde lediglich das Hakenkreuz aus den Klauen des Adlers entfernt und durch ein eisernes Kreuz ersetzt; ansonsten blieb das Denkmal unverändert und unkommentiert.

Bestärkt durch einen Beschluss der Pinneberger Ratsversammlung vom 20. Juli 2017, die die Ziele unserer Initiative mehrheitlich unterstützte, fordern wir eine Ergänzung des Denkmals. Wir begrüßen, dass die Stadt Pinneberg eine Arbeitsgruppe gründet, die eine öffentliche Anhörung organisieren und einen künstlerischen Wettbewerb ausschreiben soll, dessen Entwürfe mit den Denkmalschutzbehörden abgestimmt werden sollen.
Wir sagen: Nein zum Krieg! – Kein Licht für Kriegsverherrlichung! und fordern eine aussagekräftige dauerhafte Kommentierung des Kriegerdenkmals, für die wir uns unter anderem die Organisation eines künstlerischen Wettbewerbs vorstellen.


Initiative »Mahnmal statt Kriegerdenkmal am Pinneberger Bahnhof«


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