Nachrichten aus der Pfarrei St. Katharina von Alexandrien

Pfarrbrief »miteinander unterwegs«


März 2018

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Liebe Gemeinde!


In den letzten Tagen wurde die öffentliche Wahrnehmung auf die Koalitionsverhandlungen und die Personalentscheidungen der zukünftigen Regierung gelenkt. Dabei stand offensichtlich im Vordergrund, wer diese Diskussion beherrschte, wer die Meinungsmacht besaß oder wer sich bei der Besetzung der Ressorts durchsetzen konnte. Für den einen oder anderen Politiker ist allein wichtig, ob der einen oder anderen Partei dieses oder ein anderes Ministerium zufällt. Auch in der internationalen Politik geht es zurzeit ausschließlich um Machtbeweise, die die handelnden Personen zur Karikatur ihrer eigenen Person werden lassen. Schließlich geht es darum, wer den größeren »Knopf« hat.

Auch die katholische Öffentlichkeit wird zurzeit geprägt von solchen Verteilungsmächten. Welcher Schulort bleibt erhalten, welche Akteure können sich bei den Entscheidern im Bistum besser durchsetzen, die (finanziell) mächtigeren Eliten oder die sozialen Interessen? Schon jetzt werden Stimmen laut, die das schlechte Beispiel Schulschließungen auf die Pfarreien und ihre Standorte übertragen wollen. Rettet die Standorte, wer kann?
Wie wäre es denn, wenn zum Beispiel die Gymnasien St. Ansgar und Sophie Barat freiwillig auf ihre Ansprüche auf Erhalt ihrer Schulen zugunsten anderer verzichten würden? Wie wäre es denn, wenn Gemeinden sich aktiv dafür entscheiden würden, ihre Gottesdienste ab sofort an anderen Orten zu feiern als in einer Kirche, die nicht mehr gefüllt werden kann, in evangelischen Gotteshäusern, in Pflegeheimen oder anderen öffentlichen Orten?

Der Diakon spinnt schon wieder, mögen manche denken, und vielleicht haben Sie ja recht. Ich bin verrückt, verrückt von der Botschaft des menschgewordenen Gottes, Jesus Christus. In ihm wird der Gott offenbar, der sich dafür einsetzt, dass alle Menschen ein volles, reiches und erfülltes Leben haben können. Dieser allmächtige Gott hat ein starkes Interesse daran, dass man vor ihm keine Angst hat, sondern ihn von Herzen liebt, weil es ein mit den Menschen solidarischer Gott ist. So hören wir denn auch gerade in der Karfreitagsliturgie das erste Glaubensbekenntnis der neuen Kirche im 2. Philipperbrief:
» Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht: Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.«

Ist das nicht verrückt? Ich möchte die laufende Fastenzeit nutzen, mir dieses Bekenntnis zu eigen zu machen. Machen Sie doch mit! Auf diese Weise können wir das kommende Osterfest als eine Befreiung von den sich in unseren Leben ausbreitenden Machtinteressen feiern und umgekehrt Segen für die Menschen um uns herum werden. Und eines unserer Leitworte für die neue Pfarrei Heiliger Martin, »Du sollst ein Segen sein«, wird sich mit Gottes Hilfe erfüllen.

Im Namen des Pastoralteams und mit herzlichen Segenswünschen für Ostern 2018


Ihr Guido Nowak, Diakon


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